gesch-vh

Geschichte


Anfang 1948 zog die seit 1945 erscheinende Tageszeitung der KPÖ Steiermark „Die Wahrheit“, vorerst als Untermieter, in das Haus Lagergasse/Ecke Schützgasse ein. Sie belegte dort ein Viertel des Hauses – eines ehemaligen Fabriksgeländes – als Sitz von Redaktion und Druckerei. Im Jahr 1952 konnte schließlich der gesamte Gebäudekomplex von der Kommunistischen Partei erworben werden. Zwischen 1954 und 1956 folgten umfangreiche Sanierungs- und Umbauarbeiten, die überwiegend durch Spenden von Parteimitgliedern finanziert wurden und durch die ehrenamtliche Arbeit unzähliger Freiwilliger durchgeführt wurden. Geplant und umgesetzt wurde der Umbau vom kommunistischen Architektenpaar Margarethe Schütte-Lihotzky und Wilhelm Schütte.

Von da an bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion und der mit ihr verbündeten Staaten diente das Volkshaus Graz nicht nur der Landesleitung der steirischen KPÖ, der KPÖ Graz sowie ihren Vorfeldorganisationen als Sitz, es war auch Zentrum des politischen und kulturellen Lebens der Partei und beherbergte darüber hinaus bis zu ihrer Einstellung die Redaktion der „Wahrheit“.

In den 1990er Jahren sah sich die KPÖ aus wirtschaftlichen Gründen dazu gezwungen, wesentliche Teile des Hauses inklusive des großen Veranstaltungssaals im 1. Stock zu vermieten.

Mit den zunehmenden – zunächst bescheidenen, später imposanten – Erfolgen der KPÖ in der Steiermark, sollte es ab Ende der 1990er Jahre auch gelingen, das Volkshaus Graz in der Veranstaltungslandschaft der Stadt neu zu verorten. Wesentlich dafür, dass das Volkshaus Graz heute auch Sinnbild für eine geöffnete Partei ist, waren nicht zuletzt die Bemühungen auf kultureller Ebene landmarks zu setzen, wie etwa die Volkshaus-Redoute (der Ball für alle!), die Feste zum 1. Mai sowie insbesondere das Volkshausfest, das traditionell am Samstag vor Schulbeginn eines jeden Jahres stattfindet. Letzteres, das wohl schönste Fest der Stadt, steht  in der Verbindung von kulturellem Anspruch, politischer Offenheit und freundlicher Bescheidenheit, für jene Tradition, der sich der Bildungsverein der KPÖ Steiermark – seit 1. März 2014 Verwalter des großen Saales – verpflichtet fühlt